Erfahrungsbericht: Meine Kiefer OP (UKVV)

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Der Beitrag hier soll von der OP und den Tagen danach erzählen. Ich bin männlich, 30 und mit 27 bekam ich plötzlich schiefe Zähne im Unterkiefer. Zudem hatte ich schon immer einen Überbiss, die obere Zahnreihe biss deutlich über die untere drüber. Ich ging also zum Kieferorthopäden und habe gefragt, was man denn machen kann. Die ernüchternde Analyse: Es muss ein kombiniertes Verfahren aus fester Zahnspange und Operation her. Die feste Zahnspange überlebe ich, aber die OP? Kiefer brechen? Mund verschnüren? Nichts essen? Schmerzen? Narkose? 1000 Fragen tauchten in meinem Kopf auf und ich habe wirklich lange mit mir gerungen, ob ich es nun mache oder nicht. Nun, ich habe es gemacht (wenn schon, dann richtig) und berichte hier nun von meinen Erfahrungen mit der Kiefer-OP (Termin war 17.6)


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(Der Autor dieses Blogs hier ist auch Autor des eBooks)


 

Vor der OP

Das wichtigste: Findet einen Arzt, dem ihr wirklich vertraut. Wenn er/sie euch halbseiden vorkommt, Finger weg! Der Arzt sollte für die Art ovn OP, die ihr machen wollt, halbswegs bekannt sein (Kann man googeln), sollte als schon viele Überbiss / UKVV / Bimax-OPs gemacht haben. Dann löchert den Arzt mit Fragen, am besten ihr nehmt einen Zettel mit, weil viele Antworten werden euch durch den Kopf rauschen, ihr werdet sie zuhause aber nicht mehr zusammenbekommen, weil ihr aufgeregt wart.

Wenn ihr die OP nicht zufällig als Super-Diät-Programm nutzen wollt: Esst vorher bis sich die Balken biegen. Man verliert durch die OP ordentlich Gewicht, bei mir waren es z.B. 4 Kilo in der ersten Woche nach OP. Wer also ohnehin schon schlank ist, sollte die Wochen vor der OP ordentlich essen.

Die Drinks gibt es von verschiedenen Herstellern und sehen ungefähr so aus.

Die Drinks gibt es von verschiedenen Herstellern und sehen ungefähr so aus.

Besorgt euch in den Tagen vor der OP alle notwendigen Spielereien aus der Apotheke und dem Supermarkt. Dazu gehören z.B.: Ein Kasten stilles Wasser, Kühl-Pads und hochkalorische Drinks. Letztere sind leider sehr teuer aber unvermeidbar, da ihr nach der OP etwa 2-3 Wochen nur flüssige Kost zu euch nehmen könnt. Ich habe mit die Dinger im Internet bestellt, so spart man wenigstens ein paar Euro. Mein Fehler war, nur eine Sorte zu bestellen, daher kann ich jetzt (8. Tag nach OP) keine Schoko-Drinks mehr sehen. Besser ist, wenn ihr euch einen Mischkarton bestellt, z.B. Fresubin aus der Apotheke oder günstig im Internet.  Da man pro Tag ca. 4 Flaschen braucht, lohnt auch der große Karton. Schmerztabletten braucht ihr keine kaufen, ihr könnt eh nur flüssiges Schmerzmittel zu euch nehmen. Man könnte Paracetamol Saft kaufen (kostet online ca. 3 Euro), in meinem Fall hab ich den aber vom Krankenhaus mitbekommen.

Der Tag vor der OP

Am Tag vor der OP gab es bei mir noch ein Narkose-Gespräch mit dem Arzt. Auch hier solltet ihr alle Fragen loswerden. Wenn ihr jung, gesund und ohne Vorerkrankungen seid, ist auch das Narkose-Risiko laut Aussage meines Arztes sehr gering. Heute wird alles mit Gerätem permanent überwacht. Ihr solltet euch für den Tag Urlaub nehmen und es ruhig angehen lassen. Ablenken hilft, trefft Freunde oder macht es euch zuhause gemütlich. Abends durfte ich dann ab 22.30 Uhr nicht mehr essen (OP war am nächsten morgen 8 Uhr) und ab 2 Uhr nichts mehr trinken, dies sagt euch aber der Arzt vorher. Es ist wichtig das einzuhalten, weil der Magen zur OP komplett leer sein muss.

Der Tag der OP

Wenn ihr es euch aussuchen könnt, nehmt einen Termin am Morgen. Da fällt es mit dem „vorher nicht essen“ nicht so ins Gewicht. Ich war um 8 Uhr dran. Da das Krankenhaus eine Stunde entfernt war, hieß es 5 Uhr aufstehen, 6 Uhr losfahren. Am besten ihr lasst euch von jemandem fahren, da ihr doch aufgeregt sein werdet. In der Regel bezieht ihr vor Ort euer Zimmer und dürft dort das schöne OP-Hemd (hinten offen) und ein paar edle Thrombose-Strümpfe anziehen. Meist gibt es dort dann auch eine Beruhigungstablette. In meinem Fall hat die so gut gewirkt, dass ich 30 Minuten nach der Tablette offenbar weggeschlafen bin und ab da nichts mehr weiß. Also ich weiß nicht mal mehr, wie ich in den OP geschoben wurde, auch alle unschönen Dinge wie Intubation reinschieben, bekam ich nicht mehr mit (gut dass es so ein Beruhigungszeug gibt).

Aufgewacht bin ich dann ziemlich beduselt gegen 14 Uhr, um 16 Uhr wurde ich von der Familie besucht. Das ist wirklich gut, weil die Umgebung im Krankenhaus doch ungewohnt ist. Schmerzen hatte ich keine, es gab Schmerzmittel und alle mögliche Zeugs direkt über eine Nadel in den Arm. Obwohl ich „nur“ eine Unterkiefervorverlagerung (UKVV) hatte, waren beide Kiefer miteinander verbunden. Das ist etwas was zunächst schon Angst machen kann, einfach weil es ungewohnt ist. Man muss aber keine Angst haben zu ersticken oder so – Ruhe bewahren ist jetzt das wichtigste. An diesem Tag passiert nicht mehr viel weil ich sehr müde war und nur noch Ruhe brauchte.

Tag 1-3 nach der OP

Die ersten Tage nach der OP sind, man muss es so sagen,  nicht schön. Es schwillt in den ersten 3 Tagen alles immer weiter an, man sieht aus wie ein Hamster. Im Krankenhaus gab es klare Brühe zu allen Mahlzeiten, hochkalorische Kost war noch zu dickflüssig. Ich habe mich dann entschieden, nach 2-3 Tagen die Kanüle aus dem Am entfernen zu lassen, zu groß ist hier das Risiko einer Infektion, gerade wenn sich das Pflegepersonal nicht direkt vor dem Kontakt die Hände desinfiziert oder Kanülen offen liegen lässt. Schmerzmittel und Antibiotika gab es ab dem Zeitpunkt zum Trinken. Ich persönlich reagiere immer stark auf Antibiotika was den Bauch an geht (bööööses grummeln), daher habe ich mir im Vorfeld ein Probiotikum besorgt. Das sind quasi gute Darmbakterien die man als Pulver einrührt und trinken kann. Kosten dummerweise auch recht viel Geld (also was heißt viel im Zusammenhang mit so einer OP, es sind ca. 15-20 Euro), auch hier gilt, dass man die günstiger in einer Online-Apotheke bestellen kann. Pulver ist gut weil dann kann man es einrühren und trinken.Hab mit der Kur eine Woche vor der OP begonnen und hatte fast keine Probleme mit dem Bauch.

Schüssel mit Wasser, Eisakku und Lappen zum Kühlen.

Schüssel mit Wasser, Eisakku und Lappen zum Kühlen.

Es gilt immernoch: Vor Schmerzen muss man keine Angst haben, im Krankenhaus gab es Novalminsulfontropfen und Paracetamol – das ist gut und lässt einen kaum Schmerzen spüren. Was hilft: Viel kühlen – am besten mit feuchter Kühle – also einen Lappen in eine Schüssel und ein Eis-Akku dazu. Das ist besser als trockene Kälte direkt aus dem Akku. Nervig ist eher das nicht essen / sprechen können und das man nur auf dem Rücken hochgelagert schlafen kann. Aber überlebt man alles. Ihr werdet hochinnovative Techniken entwickeln, wie man Suppe mit dem Strohhalm durch einzelne Zahnlücken zieht. Wenn man es als das persönliche Dschungelcamp sieht, als Herausforderung, dann hat es schon fast wieder was🙂

Tag 4-6 nach der OP

Ich habe mich am Tag 4 nach der Kiefer-OP selbst gegen ärztlichen Rat aus dem Krankenhaus entlassen. Hätte noch 2 Tage länger bleiben sollen, aber am Wochenende passiert in einem Krankenhaus nicht wirklich etwas und trotz wirklich guter Betreuung durch nette Schwestern (die meisten) ist Krankenhaus halt Krankenhaus. Da schnarcht der Mann neben dir so stark,  dass du trotz Oropax im Bett stehst und kühlen kann ich auch Zuhause. Das Krankenhaus gibt einem auf Wunsch Schmerztropfen mit (unbedingt annehmen!). Lasst euch abholen, man ist doch recht schwach durch das nicht vorhandene Essen.

Die Schwellung lässt ab jetzt bei mir deutlich nach, man wird dafür im Gesicht und am Hals schön gelb und grün. Richtet euch zuhause ein schönes Krankenlager ein vor dem Fernseher  inkl. einer Schüssel mit kaltem Wasser und einem Lappen. Lasst euch pflegen von Freund oder Freundin (oder Familie) – die können euch Suppen in einem Mixer klein machen (Rezepttipps gern als Kommentar). Ich musste die dann nochmals durch ein Sieb pressen, damit es wirklich wirklich auch mit dem Strohhalm durch die Zähne geht.

Was bisher noch taub ist, ist das Kinn und die Unterlippe. Beides kribbelt vor allem nachts wie 1000 Ameisen oder kleine Stromschläge. Sehr unangenehm (wie eingeschlafene Füße) aber laut Arzt ein Zeichen dafür, dass der Nerv nicht durchtrennt wurde und sich langsam erholt. Dieses Missempfinden kann aber wohl Wochen oder auch Monate anhalten. Nicht angenehm aber auch nicht gefährlich (Wenn es denn wiederkommt, das Gefühl)

Am Tag 6 nach der OP war ich bei meinem KFO, der hat die Gummis, mit denen die beiden Kiefer miteinander verbunden sind, gelöst und so konnte ich kurz den Mund etwas öffnen und 3 Worte sagen (was für ein Gefühl). Er hat dann mit einer Munddusche den Mund gereinit, nach 6 Tagen ohne Zäheputzen ein wirklich schönes Gefühl was man sich gönnen sollte. Man ist natürlich noch sehr schmerzempfindlich zu diesem Zeitpunkt, d.h. man traut sich nicht wirklich den Mund zu öffnen. Geht auch nur für ca. 1 cm, aber man muss keine Angst haben dass sich da was verschiebt oder so.

Tag 7-9 nach der OP

Bin momentan am Tag 8 nach der OP. Schmerzen treten nur noch selten auf. Das Kribbeln in der Unterlippe und am Kinn ist weiterhin da und unangenehm, muss man durch…was halt fies ist, ist das nicht essen und nicht sprechen können. Wenn ich mal zur Post oder Apotheke gehe, muss ich einen Zettel mitnehmen, das sieht dann aus wie bei einem Überfall wenn man ihn über die Theke schiebt. Und man wird wirklich schwächer, habe 4 Kilo runter und man merkt richtig dass man nicht mehr so gut dabei ist. Aber es gilt: Immer mal bewegen, nicht nur rumliegen!

Heute ist Tag 9, ich war nochmals beim KFO zum Mund säubern…eine Wohltat. Was immer stärker nervt, ist das starke Kribbeln in der Unterlippe. Eingeschlafene Füße als Dauerzustand. Brrrrrr

4 Wochen nach der OP

Bin leider aufgrund der Arbeit zu beschäftigt für lange Berichte. Kann aber sagen dass es langsam besser wird. Was noch nervt (haha) ist der Unterkiefernerv. Er ist an Unterlippe und Kinn noch taub, es kribbelt die ganze Zeit. Auch die Mundöffnung ist noch nicht optimal, aber immerhin kann ich schmale Hähnchenstücken, kleine Kuchenportionen und allerlei anderes weiches Zeug essen. Die Heilung geht also vorran.

Ich halte euch weiter auf dem Laufenden, Fragen gern als Kommentar hier drunter….

7 Wochen nach der OP

Nicht viel neues. Unterlippe und Kinn sind immer noch teilweise taub und überempfindlich. Der Arzt meinte nun, so ein Nerv könne 6-12 Monate brauchen bis er heilt. Das hätte man natürlich gern vorher gewusst aber gut – solange es überhaupt heilt irgendwann, will ich nicht meckern😉 Was neu hinzu kam sind Schmerzen am Kiefergelenk bzw. bis hin zu den Ohren. Ich hoffe das ist nur eine vorrübergehende Erscheinung…


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9 Wochen nach der OP

Leider ist der Nerv im UK wieder tauber und empfindlicher als vorher und es fühlt sich wieder dicker an. Scheint, als braucht so ein Nerv wirklich lange. Ich lasse nächste Woche zur Sicherheit auch mal einen Zahnarzt draufschauen. Ansonsten geht die Mundöffnung voran, wenn es auch noch nicht perfekt ist. Schmerzen sind keine mehr da – außer halt beim Zähneputzen unten, wegen dem Nerv.

5 Monate nach der OP

Ich bin jetzt im 5. Monat nach der OP. Soweit keine Komplikationen, allerdings ist die Unterlippe und der Teil darunter doch noch sehr taub. Also nicht anders als vorher. Schmerzempfinden ist da, aber es fühlt sich an wie ein Fremdkörper und kann mit heiß/kalt nicht richtig umgehen. Ich hoffe nach wie vor, dass das irgendwann weggeht.

9 Monate nach der OP

So, neun Monate sind um und die Spange ist raus. Was soll ich sagen – Es sieht wirklich sehr gut aus, optisch kann ich an dem Ergebnis nichts beanstanden. Jetzt heißt es noch ein paar Monate Nachtspange und dann ist hoffentlich der Teil für immer durch. Was nur leider nach wie vor da ist, sind die Empfindungsstörungen im Unterkiefernerv, vor allem in der Unterlippe, die sich nach wie vor komplett anders anfühlt als die Oberlippe. Das mag banal klingen, ist es aber bei so täglichen Sachen wie trinken, küssen oder auch Essen nicht. Ich überlege nun, ob es helfen kann die Platten entfernen zu lassen und werde das nach dem nächsten 3D Röntgenscan mit dem Chirurg durchsprechen. So möchte ich jedenfalls nicht für immer durchs Leben gehen.

12 Monate nach der OP

So, das Jahr ist nun rum. Zähne soweit OK. Leider ist der Unterkiefernerv nach wie vor nicht in Ordnung. Es ist nicht wirklich taub, sondern eher extrem überempfindlich. Ober und Unterlippe empfinden daher sehr unterschiedlich und man nimmt die Unterlippe als Fremdkörper war an dem ich permanent rumspiele oder mit der Oberlippe drüberfahre. Ich kann es nicht anders beschreiben als dass es nervt und ich damit zeitnah zum Neurologen gehen muss : /

15 Monate nach der OP

Ich war inzwischen bei zwei Neurologen in Berlin. Leider saßen beide am Ende etwas ratlos vor mir und konnten nicht wirklich Hoffnung machen. Anscheinend ist bereits das Diagnoseverfahren schwierig, um zu schauen wo es überhaupt haken könnte. Hierfür ist wohl selbst das MRT nicht wirklich geeignet, auch elektrische Messverfahren sind nicht einfach in dem Fall. Man muss aber auch sagen, dass mir in der Uniklinik ein Arzt gegenüber saß, der kaum älter war als ich. Wenn jemand einen Arzt empfehlen kann der sich mit so einem Spezialfall auskennt, gern hier mal in den Kommentaren melden. Ansonsten bleibe ich weiter dran und melde mich sobald es Neuigkeiten gibt.

Januar 2016

Nun sind 1,5 Jahre rum seit der OP. Vom UK-Nerv gibt es leider nichts gutes zu berichten. Es wird eher immer unangenehmer. Ziehen, brennen, Berührungen werden als Schmerz empfunden. Es soll nun versucht werden, durch eine lokale Betäubung durch den Zahnarzt hier Linderung zu schaffen. Ich bin skeptisch, aber ein Versuch ist es wert. Danach würde ich dann ein MRT machen wenn das denn sinnvoll ist.

Mai 2016

Wir nähern uns der 2 Jahres-Marke und das Problem bleibt leider bestehen. Zu viel Gefühl, an manchen Tagen richtige Schmerzen in der Unterlippe – es fühlt sich an die eine schmerzhafte Schwellung, anfassen kann man die Unterlippe nicht ohne dass es wehtut. Es gab ein 3D Röntgen (MESANTIS) wo ich morgen das Ergebnis erfahre. Wenn man darauf nichts erkennt, werde ich weitere Schritte angehen bzw. auch versuchen einen Arzt zu finden der so ein Problem schon kennt. Wer hierzu Tipps hat für einen Arzt, meldet euch gern in den Kommentaren oder via Mail.

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